In meinem Blog teile ich Gedanken, Geschichten und Anregungen, die bewegen – mal zu aktuellen Weltthemen, mal zu ganz persönlichen Fragen des Lebens. Ob es um politische Ereignisse, faszinierende Geschichten aus der Wissenschaft oder berührende Momente geht: Hier biete ich neue Perspektiven und lade dazu ein, die Welt und unser Leben mit einem lösungsorientierten Blick zu betrachten.
Gleichzeitig finden Sie hier auch praxisnahe Beiträge zu Themen, die Sie direkt unterstützen können:
Sei es für Paare: Tipps und erste kleine Schritte, um die Kommunikation zu stärken und Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Für Eltern: Lösungsfokussierte Ansätze, um den Familienalltag leichter und harmonischer zu gestalten.
Oder für Einzelpersonen: Anker und Impulse, um mit schwierigen Situationen besser umzugehen oder sich selbst neu zu entdecken.
Die Beiträge erscheinen in regelmäßigen Abständen. Egal, ob Sie sich inspirieren lassen oder konkrete Unterstützung suchen: Ich freue mich, wenn Sie mitlesen und vielleicht sogar etwas für sich mitnehmen können.
Wenn du mit einer Diagnose zu mir kommst, wird dich vielleicht etwas irritieren:
Ich frage nicht zuerst nach ihr.
Nicht, weil sie unwichtig ist. Sondern weil ich dich nicht darauf reduzieren möchte.
Du bist mehr als deine Diagnose
Für mich bist du nicht „die Depressive“ oder „der mit ADHS“. Du bist ein Mensch mit Erfahrungen, Beziehungen, Fähigkeiten, Strategien und ganz eigenen Wegen, mit Herausforderungen umzugehen.
Und genau dort setze ich an.
Worauf ich stattdessen schaue
In unserer gemeinsamen Arbeit interessiert mich:
Was genau ist für dich schwierig?
Wann ist es besonders stark und wann weniger?
Was hilft dir (auch wenn es nur ein bisschen ist)?
Wie reagieren andere Menschen darauf?
Was hast du bereits versucht?
Du wirst merken: Es geht weniger darum, dich einzuordnen und mehr darum, dich zu verstehen.
Keine Schubladen, sondern Möglichkeiten
Ich arbeite nicht mit festen Programmen für bestimmte Diagnosen. Stattdessen entwickeln wir gemeinsam Wege, die zu dir und deinem Leben passen.
Das bedeutet:
Wir schauen auf deine Ressourcen
Wir entdecken neue Perspektiven
Wir hinterfragen festgefahrene Muster
Wir suchen nach kleinen, realistischen Veränderungen
Was das oft auslöst
Viele Menschen erleben das als entlastend.
Weil sie nicht mehr „richtig“ oder „falsch“ sein müssen. Weil es nicht darum geht, einer Kategorie zu entsprechen, sondern darum, sich selbst besser zu verstehen und neue Handlungsspielräume zu entwickeln.
Und deine Diagnose?
Die darf bleiben. Du musst sie nicht verteidigen und auch nicht loswerden.
Aber sie steht nicht zwischen uns.
Denn im Mittelpunkt stehst du und nicht das Etikett, das du mitgebracht hast.
Viele Menschen kommen mit einer Diagnose in die Beratung: ADHS, Depression, Angststörung oder etwas anderes. Diese Einordnungen haben ihren Platz, sie können Orientierung geben, den Zugang zu Unterstützung erleichtern und manchmal auch entlasten.
Und gleichzeitig nehmen sie in meiner Arbeit nicht die zentrale Rolle ein.
Warum?
Weil Diagnosen immer vereinfachen. Sie bündeln komplexe Erfahrungen in Kategorien. Das ist im medizinischen Kontext sinnvoll und oft notwendig. In der systemischen Arbeit gehen wir jedoch einen Schritt weiter, oder besser gesagt: einen Schritt zur Seite.
Wir schauen nicht nur auf das „Was“, sondern vor allem auf das „Wie“ und „Wodurch“.
In welchen Situationen zeigt sich etwas?
In welchen nicht?
Was verändert sich, wenn sich das Umfeld verändert?
Welche Dynamiken spielen eine Rolle?
Symptome als Teil eines größeren Zusammenhangs
Systemisch betrachtet entsteht Verhalten nie isoliert. Es ist immer eingebettet – in Beziehungen, in Lebensumstände, in biografische Erfahrungen.
Ein Symptom wird dadurch nicht „wegdiskutiert“. Aber es bekommt einen anderen Platz: Nicht als Störung, die beseitigt werden muss, sondern als Ausdruck eines Systems, das gerade auf eine bestimmte Weise funktioniert.
Manchmal zeigt sich darin sogar ein Lösungsversuch. Etwas, das, so unpraktisch es auch wirken mag, eine Funktion erfüllt.
Warum ich Diagnosen nicht in den Mittelpunkt stelle
Wenn der Fokus zu stark auf der Diagnose liegt, passiert leicht Folgendes:
Der Blick verengt sich
Der Mensch wird mit dem Etikett verwechselt
Möglichkeiten geraten aus dem Blick
In der systemischen Arbeit geht es mir darum, genau das zu vermeiden. Teil 2 zeigt dir bald, was das für dich als Klient:in bedeutet.
Seit Tagen bewegt das Schicksal eines einzelnen Wals Menschen in ganz Deutschland. Viele fühlen mit, verfolgen seinen Weg, hoffen und bangen. Es entsteht eine ungewöhnliche Form von Nähe zu einem Lebewesen, das die meisten von uns nie zuvor bewusst wahrgenommen haben.
Warum berührt uns das so stark? Vielleicht, weil hier etwas geschieht, das im Alltag oft verloren geht: Mitgefühl wird konkret. Es richtet sich nicht auf Zahlen, nicht auf abstrakte Zusammenhänge, sondern auf ein einzelnes Wesen. Der Wal bekommt ein Gesicht, eine Geschichte, einen Namen, Timmy. Und damit wird etwas in uns angesprochen, das zutiefst menschlich ist: die Fähigkeit, uns zu verbinden.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch eine andere Seite. Wo viele Menschen berührt sind, entsteht Bewegung. Neugier, Anteilnahme, der Wunsch, näher heranzugehen. Und genau hier entsteht eine Spannung: Zwischen dem Impuls zu helfen und der Frage, ob diese Form von Nähe wirklich hilfreich ist. Denn nicht alles, was sich nach Nähe anfühlt, ist auch fürsorglich.
Manchmal ist das Respektvollste, was wir tun können, Abstand zu halten. Nicht einzugreifen. Nicht noch näher zu kommen. Gerade dann, wenn ein Lebewesen ohnehin schon geschwächt ist.
Diese Situation führt uns damit zu einer leisen, aber zentralen Frage: Woran erkennen wir, ob unser Handeln dem anderen wirklich dient, oder eher unserem eigenen Bedürfnis, etwas zu tun?
Ein weiterer Aspekt, der viele Menschen berührt, ist die spürbare Ohnmacht. Die Möglichkeit, dass es keine gute Lösung gibt. Dass nicht jedes Leiden verhindert werden kann. Ohnmacht auszuhalten gehört zu den schwierigsten Erfahrungen überhaupt. Oft reagieren wir darauf, indem wir sofort handeln wollen, oder indem wir innerlich auf Abstand gehen. Beides ist verständlich. Und doch liegt in dieser Ohnmacht auch eine Einladung: Einen Moment innezuhalten und nicht sofort zu reagieren, sondern wahrzunehmen, was ist. Vielleicht liegt genau darin eine leise Form von Reife, individuell wie gesellschaftlich.
Der Wal wird so zu mehr als nur einem einzelnen Schicksal. Er macht sichtbar, wie wir als Menschen fühlen, wie wir uns verbinden, wie wir handeln und manchmal auch, wie wir uns selbst dabei im Weg stehen. Und vielleicht ist das Wertvollste, was aus dieser Situation entstehen kann, kein schnelles Urteil und keine einfache Lösung, sondern etwas anderes: Ein bewussteres Mitgefühl. Eines, das nicht sofort in Aktion übergeht, sondern eines, das Raum lässt. Und das auch dort bestehen bleibt, wo wir nichts mehr verändern können…
Wer kennt das nicht: das Baby schreit und hört einfach nicht auf. Das Kleinkind eskaliert und kann sich nicht beruhigen. Cry-It-Out war lange die Methode der Wahl, doch immer öfter wird diese Methode nun endlich hinterfragt!
Manche Sätze klingen auf den ersten Blick logisch. Kinder müssen lernen, sich selbst zu regulieren, ist so ein Satz.
Und ja, natürlich ist Selbstregulation ein wichtiges Entwicklungsziel. Die systemische Frage ist jedoch nicht ob, sondern wie und wann.
Aus systemischer Perspektive entwickeln Kinder ihre Fähigkeiten immer im Kontext von Beziehung. Kein Kind reguliert sich isoliert. Regulation entsteht zunächst zwischen Menschen, nicht in ihnen.
Ein unreifes Nervensystem kann sich nicht selbst beruhigen. Es braucht ein anderes, reguliertes Nervensystem als Orientierung:
eine ruhige Stimme
körperliche Nähe
Präsenz
Resonanz
Das nennen wir Co-Regulation.
Erst aus vielen wiederholten Erfahrungen von „Ich werde gesehen, gehalten und unterstützt, wenn es zu viel wird“ entsteht nach und nach das, was wir später Selbstregulation nennen.
Wenn ein Kind „es gerade nicht kann“
Systemisch betrachtet ist wichtig: Ein Kind verhält sich nicht so, weil es nicht will, sondern weil es im Moment nicht anders kann.
Überforderung, Müdigkeit, Hunger, emotionale Reize oder soziale Spannungen wirken immer im gesamten System. Ein Verhalten ist dann kein individuelles Versagen, sondern ein Signal.
Die Frage verschiebt sich dadurch von:
Warum reißt es sich nicht zusammen? zu: Was braucht dieses System gerade, um wieder in Balance zu kommen?
Regulation wird gelernt, aber nicht durch Alleinsein
Wenn Erwachsene sich zurückziehen mit der Idee, ein Kind müsse „das jetzt allein klären“, lernt das Kind selten Regulation. Häufig lernt es Anpassung, Rückzug oder Übersteuerung.
Systemisch gesehen ist das nachvollziehbar: Das System bleibt dysreguliert, es wird nur leiser.
Nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Erwachsene verantwortlich regulieren, bis Kinder es zunehmend selbst übernehmen können.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Vielleicht geht es weniger darum, Kinder möglichst früh unabhängig zu machen. Und mehr darum, ihnen ausreichend abhängige Sicherheit zu ermöglichen.
Denn was Kinder in Beziehung erleben, wird später Teil ihrer inneren Struktur.
Selbstregulation ist kein Startpunkt. Sie ist ein Ergebnis.
ich starte 2026 mit einem sehr persönlichen Buchprojekt: Es geht um Schwangerschaftsabbruch, die Zeit davor und danach, um Gefühle, Entscheidungen, Trauer, Verantwortung – und auch um die Beziehung zum ungeborenen Kind.
Ich möchte in diesem Buch die Erfahrungen von Frauen sichtbar machen, die selbst eine Abtreibung erlebt haben. Dazu brauche ich deine Unterstützung: Eine anonyme Umfrage, in der du deine Gedanken und Gefühle teilen kannst. Jede Stimme hilft, ein realistisches, differenziertes Bild zu zeichnen.
Die Umfrage ist freiwillig und anonym. Sie richtet sich an alle, die selbst Erfahrungen mit einem Schwangerschaftsabbruch gemacht haben, unabhängig von Zeit, Ort oder Umständen.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht politische Parolen oder schnelle Bewertungen, sondern Fragen wie:
Wie fühlt sich diese Entscheidung innerlich an?
Welche emotionalen Folgen können entstehen – unmittelbar oder erst viel später?
Gibt es Trauer, Ambivalenz, Bindung oder Verbundenheit zum ungeborenen Kind?
Was hilft, das Erlebte zu tragen, einzuordnen und zu integrieren?
Wofür das Buch gedacht ist
Das geplante Buch soll Frauen erreichen,
die sich mitten in einer Entscheidung befinden,
die einen Abbruch erlebt haben und nachträglich verstehen wollen, was sie innerlich bewegt,
oder die spüren, dass es etwas gibt, das noch gesehen, betrauert oder gewürdigt werden möchte.
Es soll keine Anleitung, keine Rechtfertigung und keine Bewertung sein – sondern ein Raum für menschliche Erfahrungen, Komplexität und Würde.
Weitergeben ausdrücklich erwünscht
Wenn du selbst nicht teilnehmen möchtest oder kannst, freue ich mich sehr, wenn du den Link an Frauen weitergibst, für die diese Umfrage relevant sein könnte. Auch das Teilen im eigenen Netzwerk hilft, viele unterschiedliche Stimmen hörbar zu machen.
Rückschläge gehören dazu – behandle dich freundlich, statt dich zu kritisieren.
Anerkennen, dass Veränderung Zeit braucht.
🌱 Systemisches Betrachten
Beobachte, wie sich neue Denkmuster auf Beziehungen und Umfeld auswirken.
Nutze Erfahrungen, um Muster weiter anzupassen und zu stärken.
Wenn wir unsere neuen Denkmuster erfolgreich im Alltag verankert haben, schließen wir mit einem Fazit und Impuls, der zusammenfasst, wie Gedanken bewusst verändert und langfristig gestärkt werden können, im letzten Teil.
Stell dir vor, wie du Herausforderungen erfolgreich meisterst.
Nutze mentale Bilder, um das neue Denken zu stärken.
🧩 Praktische Experimente im Alltag
Probiere bewusst neue Denk- und Verhaltensweisen aus.
Beobachte, wie sich Gefühle, Reaktionen und Beziehungen verändern.
Sobald wir neue Denkmuster entwickelt haben, geht es darum, diese täglich zu integrieren und langfristig zu festigen. Im nächsten Teil zeige ich Routinen und Strategien, um die neuen, stärkenden Gedanken nachhaltig zu leben.
Oft stammen limitierende Gedanken aus Kindheit, Erfahrungen oder gesellschaftlichen Erwartungen.
Zu wissen, woher ein Gedanke kommt, hilft, ihn zu relativieren.
⚖️ Realität vs. Interpretation
Unterscheide zwischen objektiven Fakten und subjektiven Interpretationen.
Frage dich: „Sehe ich die Situation neutral oder färbt mein Gedanke sie negativ?“
💡 Neues Bewusstsein schaffen
Alle Erkenntnisse, die du hier gewinnst, bereiten den Boden, um einschränkende Denkmuster in förderliche umzuwandeln.
Nachdem wir unsere Denkmuster hinterfragt haben, können wir im nächsten Schritt limitierende Glaubenssätze in förderliche Denkmuster transformieren. Teil 4 zeigt praktische Methoden und Beispiele für diese Umwandlung.
Achte darauf, was du dir selbst sagst – im Alltag, in Stresssituationen oder bei Entscheidungen.
Notiere Gedanken, die dich hemmen, um sie bewusst wahrzunehmen.
📌 Typische limitierende Glaubenssätze
„Ich bin nicht gut genug.“
„Andere Menschen sind wichtiger als ich.“
„Ich darf keine Fehler machen.“
Wenn wir unsere limitierenden Glaubenssätze erkannt haben, ist der nächste Schritt, sie zu hinterfragen und auf ihre Gültigkeit zu prüfen. Im dritten Teil zeige ich dir Methoden, um diese Gedanken kritisch zu beleuchten und zu prüfen, ob sie wirklich zutreffen.
Virginia Satir: US-amerikanische Psychotherapeutin und eine der bedeutendsten Familientherapeutinnen; oft auch als Mutter der Familientherapie bezeichnet.
Mechthild Reinhard: Diplom Pädagogin, systemische Familientherapeutin, Supervisorin. Sie ist Mitgründerin der sysTelios Klinik Siedelsbrunn.
Gunther Schmidt
Gunther Schmidt: Volkswirt, Arzt und Systemischer Familientherapeut. Er ist Begründer der hypnosystemischen Therapie, die er Anfang der 1980er-Jahre entwickelt hat. Sie kombiniert die Systemische Therapie mit der Hypnotherapie (nach Milton H. Erickson). Er ist Mitgründer der sysTelios Klinik in Siedelsbrunn.
Steve de Shazer
Steve de Shazer: amerikanischer Psychotherapeut. Mit seiner Frau Insoo Kim Berg entwickelte er die lösungsfokussierte Kurzzeittherapie, die sich zwar vom Systemischen Ansatz unterscheidet, dennoch aber in den Grundannahmen Ähnlichkeiten aufweist.
Gunther Schmidt
Gunther Schmidt: Arzt und Systemischer Familientherapeut. Er gilt als einer der Pioniere der hypnosystemischen Therapie, die Systemische Therapie mit Hypnotherapie (nach Milton Erickson) kombiniert. Er ist Mitbegründer der sysTelios Klinik.
Stephen Porges
Stephen Porges: amerikanischer Psychiater und Neurowissenschaftler. Er ist der Begründer der Polyvagaltheorie, die auf der Untersuchung des Zusammenspiels von parasympathischem und sympathischem Nervensystem beruht und dabei einen Grundstock der Traumatherapie liefert.
Peter Allen Levine
Peter Allen Levine: amerikanischer Biophysiker, Psychologe und Psychotraumatologe. Begründete das Somatic Experiencing, einer körperorientierte Methode zur Traumaheilung. Als Referent traf er auch mehrfach auf Steven Porges.
Milton Erickson
Milton Erickson: amerikanischer Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut. Begründer der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Hypnose. Vater der Hypnotherapie. Er prägte Paul Watzlawick und beeinflusste maßgeblich den lösungsfokussierten Ansatz von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg.
Paul Watzlawick
Paul Watzlawick: österreichischer Philosoph, Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler. Seine „Anleitung zum Unglücklichsein“, in der es um die Konstruktion der Wirklichkeit geht, gilt als bahnbrechend.